Wer den Tod fürchtet, der liebt Gott nicht.
Hl. Augustinus (+430)

Requiem von H. Ulrich

Paring, 29. November 2013 – Am Christkönigssonntag, den 24. November 2013 hat der Herr Herrn Ulrich Haug nach einem tragischen Verkehrsunfall plötzlich zu sich gerufen. Bei dem feierlichen Requiem am 29. November waren sowohl die Propsteikirche St. Michael als auch das davor aufgestellte Zelt absolut überfüllt. Neben vielen Verwandten, Freunden und Menschen aus der Umgebung des Klosters waren sowohl aus seiner Heimat als auch aus der Pfarrei St. Josef in Weiden, wo der Verstorbene zuletzt als Kaplan tätig war, viele Trauernde gekommen.

Generalpropst Helmut Grünke bekundete in seiner Predigt die große Betroffenheit der Gemeinschaft über den plötzlichen Tod ihres Mitbruders. Er lobte dessen tiefe Gläubigkeit, seinen unermüdlichen seelsorgerischen Einsatz und sein liebenswürdiges Wesen. Er betonte auch, dass es nicht ohne Bedeutung sei, dass der Priester von Christus gerade an seinem Königsfest heimgeholt wurde. Nach dem Requiem sowie zahlreichen zu Herzen gehenden Nachrufen seitens des Klosters, des Pfarrers und vieler Verantwortlicher aus seiner Kaplanspfarrei, seiner Heimatpfarrei, seines Weihekurses wurde unser Mitbruder auf dem Friedhof von Paring beigesetzt.

Nachruf H. Ulrich Haug, C.R.V.

Der junge Augustiner Chorherr Ulrich Haug aus der Propstei St. Michael zu Paring war erst vor drei Jahren zum Priester geweiht worden, nachdem er einen langen Weg der Ausbildung hinter sich hatte. Geboren wurde er am 17. Januar 1975 in Dingolfing und wuchs mit seinem älteren Bruder Georg bei den Eltern Georg und Anneliese in Großköllnbach/Bäckermühle auf. Durch die in der Familie intensiv gelebte Frömmigkeit keimte in ihm schon früh das Verlangen nach dem Priestertum. Nach dem Verlassen der Volksschule erlernte er zuerst das Bäckerhandwerk in seinem Heimatort, das er auch noch später gerne in seiner Freizeit ausübte. In dieser Zeit wurde seine Berufung zum Priestertum immer deutlicher. Deshalb besuchte er von 1994-99 das Spätberufenengymasium St. Josef in Fockenfeld und erlangte dort die allgemeine Hochschulreife. 1999 trat er ins Priesterseminar St. Wolfgang in Regensburg ein und begann das Studium der Theologie. Von 2001-2002 verbrachte er sein Freijahr in Rom, wo er an der Universität Gregoriana studierte. Anschließend setzte er sein Studium in Regensburg fort. Währenddessen reifte in ihm der Entschluss, das Priestertum in einer geistlichen Gemeinschaft ausüben zu wollen. Unser Kloster lernte er im Laufe eines Pfarrpraktikums in Schierling kennen.

So nahm er Kontakt zu unserer Propstei in Paring auf, in die er dann 2005 als Kandidat Aufnahme fand. Nach dem Erlangen des Diploms begann er seine Ausbildung zum Ordensmann. Am Barmherzigkeitssonntag 2007 legte er seine zeitlichen, am 17. Oktober 2009 seine ewigen Gelübde ab. Danach erfolgten seine Weihe zum Diakon am 5. Dezember 2009 in Amberg, und zum Priester am 26. Juni 2010 im Regensburger Dom durch Bischof Gerhard Ludwig Müller. Um als junger Priester praktische Seelsorgserfahrungen zu machen wurde er am 1. Januar 2011 Kaplan in der Pfarrei St. Josef in Weiden. Dieses Amt übte er voll Engagement und Freude bis zu seinem tödlichen Verkehrsunfall am 24. November 2013 aus.

Durch seine offene und direkte Art, gepaart mit einer kernigen Frömmigkeit verstand er es, wo auch immer er war, Menschen mit Freude am Glauben zu erfüllen. Unser Mitbruder war nicht auf den Mund gefallen. Zugleich haben wir ihn alle wegen seiner Liebenswürdigkeit, Echtheit und seines ausgleichenden Wesens in unser Herz geschlossen. Sowohl in der Klostergemeinschaft wie im priesterlichen Dienst kam sein anpackendes und keine Herausforderung scheuendes Naturell zum Tragen, das in einem tiefen Gottvertrauen gründete. Sein Primizspruch „AVE O CRUX SPES UNICA! – Sei gegrüßt, heiliges Kreuz, du einzige Hoffnung!“ drückt wohl am besten den Mittelpunkt seiner Spiritualität aus. Diese war besonders beeinflusst durch die Betrachtung des Leidens Christi, angeregt durch das Zeugnis der Resl von Konnersreuth. Zudem führte das Vorbild seiner Eltern zu einer kindlichen und aufrichtigen Verehrung der Gottesmutter Maria, was sich vor allem in der Liebe zum Rosenkranz, in häufigen Wallfahrten und Fatimafeiern zeigte.

Mit großem Seeleneifer übte er sein Priestertum aus und legte dabei größten Wert auf die geistliche Begleitung, sowie die Sakramente der Buße und der Eucharistie. Dabei nahm er für alle, die sich ihm anvertrauten auch größte Mühen auf sich und schenkte ihnen viel Zeit und Aufmerksamkeit. Nicht nur bei ihnen, sondern bei allen, die ihn kannten und vor allem in unserer Gemeinschaft hinterlässt er eine tiefe Lücke. Doch wir wollen nicht trauern wie die, die keine Hoffnung haben (vgl. 1 Thess 4,14), sondern auf Christus vertrauen, der am Festtag seines Königtums unseren lieben Mitbruder Herrn Ulrich in sein Reich gerufen hat und auch uns zur Vollendung führen möge.

R.i.P.

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CANONICI REGULARES S. AUGUSTINI
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