In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.
Hl. Augustinus (+430)

Priesterweihe und Primiz von H. Johannes

Paring, 9. April 2016 – Zusammen mit seinen Mitbrüdern, zog der Chorherr Johannes Kindler aus Schierling in die festlich geschmückte Propsteikirche St. Michael in Paring ein. Dort sollte er durch Erzbischof Dr. Georg Gänswein, dem Präfekten des päpstlichen Hauses, die Priesterweihe empfangen. Sehr herzlich begrüßte Generalpropst Helmut Grünke den Weihespender. Nach dem Evangelium erfolgte die Aufrufung und Erwählung des Weihekandidaten.

In seiner Predigt hob der Erzbischof hervor, dass das Priestertum sich mit vielfältigen Charismen und Gaben verbindet. Bei der Priesterweihe von Herrn Johannes Kindler trifft das Sakrament der Priesterweihe auf das Charisma des gottgeweihten Lebens. Das Handeln Gottes im Sakrament soll in einem Leben des Gebetes, des Nachsinnens über die göttlichen Geheimnisse und des pastoralen Mühens zur Entfaltung kommen. Die heutige Vorstellung von Pastoral ist teilweise so pragmatisch und funktional geworden, dass man sich nur schwer vorstellen kann, wie das gehen soll: Hirte sein für die Menschen, von Gott gesandt, und gleichzeitig ein Mensch der Hingabe, des Schweigens, der Anbetung Gottes. Dennoch, so Erzbischof Gänswein, gehört beides zusammen. Priestersein heißt, in Freundesgemeinschaft mit Christus leben und aus dieser Freundschaft heraus Freund werden für alle Brüder und Schwestern. Diese Freundschaft zeigt sich darin, dass der Priester all diese Menschen, all ihre Sorgen, all ihre Schmerzen, all ihre Leiden, Hoffnungen und Freuden vor das Angesicht Gottes trägt. Alles, was ihm im Alltag begegnet soll er sammeln, zusammentragen und nach oben tragen, damit es ins Auge, ins Ohr und ins Herz des lebendigen Gottes dringe. Mit anderen Worten: Es ist erste und innerste Aufgabe des Priesters, die menschlichen Dinge zu verstehen, aufzunehmen und in Gebet umzuwandeln, so dass daraus ein Ruf wird, der das Herz Gottes berührt.

An diesem Tag der Priesterweihe bittet die Kirche für den Neupriester, dass er aus der Freundschaft mit dem Herrn die Seinen lieben kann und ein großer Beter für das Volk werden möge. „Freund der Brüder zu sein“ heißt aber immer auch: Hirte zu sein, auf gute Weide zu führen, Ausspender der Geheimnisse Gottes zu werden. Der Priester ist dazu da, dass er die Mysterien Gottes, d.h. Gott selber, zu den Menschen bringt. Ein Priester hat viele Aufgaben in der Welt, aber das ist die allererste Aufgabe. Wenn ein Priester anfangen würde zu denken: zuerst gibt es so viele Probleme zu lösen, Gott ist nicht ganz so wichtig. Wenn ich wieder einmal Zeit habe…wenn ein Priester so denken würde, dann verfehlt er seinen Weg. Denn Gott, so der Erzbischof, ist der wahrhaft Nötige für den Menschen und die Welt. Wo Gott verschwindet, da verschwindet auch der Mensch. Ein Priester muss das Wort Gottes verkünden in der Gewissheit, dass sein Wort Wahrheit ist und dass wir die Wahrheit brauchen, um leben zu können. Wir müssen das Wort Gottes selber sprechen lassen, nicht unsere Auslegungen darüber legen. Der Priester muss die Sakramente spenden, denn darin rührt uns Christus an. In den Sakramenten tritt Christus in die sinnliche Welt hinein, um uns dort anzurühren, wo wir leben und um uns hineinzuführen ins Ewige, führte Erzbischof Gänswein weiter aus.

Der Ort der Verkündigung ist in der Kirche, beim Kreuz Jesu, in der Gemeinschaft mit ihm, in der Gemeinschaft des Kreuzes. Nur vom Kreuz kann wahre Fruchtbarkeit kommen. „Die Welt braucht das Mitleid, aber ein Mitleiden, das über unsere armselige Kraft hinausgeht, ein Mitleiden, das die Leiden der Welt hineinzieht in das Mitleiden Gottes mit uns – und so in die Liebe hinein, die allein Leid verwandelt und erlöst, ja es kostbar werden lässt.“ Erzbischof Gänswein warnte vor Ideologien, die das Leid nicht annehmen sondern es beseitigen wollen. Das mag gut klingen, aber dahinter liegt ein „törichter Hochmut“. Denn wer das Leiden beseitigen will, muss zuvor die Liebe beseitigen. Denn Liebe schließt „die fruchtbaren Verwandlungen des Leidens“ ein. Wir brauchen den Weg, den uns der Gekreuzigte und Auferstandene weist: die Gemeinschaft mit ihm, mit seinem Leid. Nur wenn das Leiden der Welt in sein göttliches Mitleid hineingezogen wird, kann heilende Verwandlung der Welt, Erlösung des Menschen geschehen. Deshalb, so Erzbischof Gänswein, gehöre es zutiefst zum Auftrag des Priesters, mit dem Herrn mitzuleiden, das Leid der Menschen zu verstehen, es mitzutragen, es in die erlösende Liebe Christi hineinzugeben. Am Ende seiner Predigt empfahl Erzbischof Gänswein Herrn Johannes Kindler der Mutter des Herrn. Sein Leben lang möge er bei der Muttergottes stehen. Unter ihrem Mantel steht er sicher, weil er dann im Licht Christi und im Licht der Auferstehung steht.

Nach dem Heilig-Geist-Hymnus erklärte der 25jährige Diakon Johannes Kindler seine Bereitschaft, das Wort Gottes zu verkünden, die Mysterien zu feiern, den Menschen zu dienen, sich immer mehr mit Christus zu verbinden. Während der junge Chorherr Johannes am Boden vor dem Altar lag, erflehten alle Gläubigen den Beistand der Heiligen. Nach der Handauflegung durch den Weihespender legten auch die anwesenden Priester die Hände auf. Gegen Ende des feierlichen Pontifikalamtes spendete Herr Johannes den allgemeinen Primizsegen. Am Nachmittag waren alle zur Dankandacht mit eucharistischer Prozession durch den Klostergarten eingeladen sowie anschließendem Einzel-Primiz-Segen.

Kloster- und Heimatprimiz

Am nächsten Tag fanden sich wiederum sehr viele Gläubige in der Klosterkirche St. Michael ein, um die Primizmesse des Neupriester mit zu feiern. Propst Helmut Grünke drückte in seiner Predigt seine Freude und Dankbarkeit darüber aus, dass der Primiziant nach langen Jahren der Vorbereitung und des Studiums am Vortag zum Priester geweiht worden sei. Herr Johannes werde viel Arbeit im Weinberg des Herrn finden. Diese Arbeit leisten zu können, erfordere viel Kraft und Liebe zur Berufung. Propst Helmut Grünke forderte deshalb die Gläubigen auf, für den jungen Primizianten zu beten, aber auch nicht nachzulassen, unserem Volk heilige Priester zu erbitten. Am Sonntag den 17. April hat der Neupriester seine Heimatprimiz in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Schierling gefeiert.

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Priesterweihe

in der Propsteikirche St. Michael zu Paring am 9. April 2016

Klosterprimiz und Requiem

in der Propsteikirche St. Michael zu Paring am 10. und 12. April 2016

Heimatprimiz und Requiem

in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Schierling am 17. und 18. April 2016

CANONICI REGULARES S. AUGUSTINI
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